Umweltbewusst segeln

Keep it clean: haltet unsere Meere sauber!

Das Meer ist nicht nur Lebensraum einer nahezu unermesslichen Vielzahl von Lebewesen – das Meer ist seit jeher ein Inbegriff von Freiheit, insbesondere für Wassersportler. Aber auch Millionen von Touristen reisen weltweit Jahr für Jahr unter anderem auch deswegen in die südlichen Gefilde, weil die Meere sauber sind.

In der Türkei versucht man derzeit mit der sog. "Blue Card" gesetzlich dafür zu sorgen, dass Fäkalien (sog. "Schwarzwasser") nicht mehr im Meer sondern in dafür vorgesehenen Absaugstationen in Häfen und Marinas kostenpflichtig entsorgt werden. So sollen die Meere und insbesondere die beliebten Badebuchten und Strände sauber gehalten werden. Ein richtiger Schritt in die richtige Richtung – der entscheidende Denkfehler an diesem Konzept ist jedoch, dass Abwässer aus Duschen und Spülbecken nicht in den Fäkalientanks landen sondern nach wie vor ungeklärt direkt ins Meer geleitet werden, und dieses sog. "Grauwasser" ist in der Regel deutlich schädlicher für die Meere als reine Fäkalien, die zwar unappetitlich aber rein biologisch und daher rückstandslos abbaubar sind.

Um die Meere sauber zu halten ist also bis auf Weiteres jeder selbst gefragt. Ein umweltbewussterer Umgang mit dem Meer ist nicht schwer, und wer auf seinem Segeltörn nur wenige Regeln beachtet, kann schon dazu beitragen, dass unsere Meere so schön und sauber bleiben, wie sie sind.

Tipp: Müll richtig entsorgen

Weil im Urlaub keiner große Lust zum Spülen hat und es ohnehin nur begrenzte Mengen Geschirr an Bord gibt, ist es durchaus üblich, Lebensmittel und Getränke in entsorgbaren Gefäßen und Verpackungen mitzubringen. Dadurch fällt jeden Tag eine nicht unerhebliche Menge Müll an, den viele nicht selten einfach achtlos über Bord werfen. Müll gehört an Bord gesammelt und beim nächsten Landgang in die dafür vorgesehenen Container entsorgt. Dies sollte genauso fester Teil der Bordordnung sein wie die Frage, wer wann kocht, spült, aufräumt oder putzt!
 

Tipp: Sparsamkeit mit Reinigungs- und Hygieneartikeln

Unsere täglichen Hygieneartikel wie Spülmittel, Shampoo, Duschgel oder Seife sind Gift fürs Meer und zerstören sein Ökosystem. Geschützte Buchten sind dabei besonders gefährdet, da sie keinen oder nur unzureichend direkten Frischwasseraustausch mit dem Meer betreiben. Umweltbewusste Segler verwenden daher ihre Reinigungs- und Hygieneartikel sparsam und kippen sie nicht gedankenlos ins Meer.
 

Tipp: Abwasser ist nicht gleich Abwasser

Nach dem System mit der "Blue Card" in der Türkei sollen zukünftig alle Yachten obligatorisch dazu verpflichtet werden, ihre Abwässer in Grauwassertanks zu sammeln und diese in Häfen und Marinas absaugen zu lassen. Sollte dieser Plan umgesetzt werden, müsste jede derzeitige Yacht hierzu einen eigenen Tank nachrüsten lassen – das kostet Platz und schränkt die Bewegungsfreiheit an Bord zusätzlich ein. Neue Yachten werden dann künftig aufgrund der zusätzlichen Platzanforderungen entweder grundsätzlich größer gebaut werden oder im Inneren weniger Platz bieten. Da das Aufkommen von Grauwasser an Bord gegenüber Schwarzwasser deutlich größer ist, müssten Segler zudem vermutlich spätestens jeden zweiten Tag eine Absaugstation anlaufen, um die schnell gefüllten Tanks zu leeren. Würden aus den Tanks von vorneherein nur "saubere" Abwässer ins Meer gelangen, wären die Absaugstationen überflüssig, und die Behörden müssten sich zum Schutz der Meere nicht dazu gezwungen sehen, solche Maßnahmen zu ergreifen.
 

Wichtig: 100% Biologisch abbaubar

Herkömmliche Waschmittel, Hygieneprodukte oder Reinigungsmittel enthalten in der Regel hochchemische Tenside und biologisch nicht abbaubare Inhaltsstoffe, die die Meere verschmutzen und Tieren und Pflanzen in erheblichem Maße schaden. Abhilfe schaffen kann, wer Reinigungs- und Hygieneartikel an Bord durch schonende Produkte ersetzt. Zu den Mitteln, die man von zu Hause kennt, gibt es eine Reihe von Alternativen, die meeresfreundlich und idealerweise durch ein ECO-Label verifiziert sind. Selbstverständlich gilt auch bei 100% abbaubaren Produkten, diese nur sparsam und bewusst einzusetzen.

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