typisch mediterranes Wetter, heißt warm, niederschlagsfrei, angenehme Temperaturen mit Sommerwind, dafür beste Segelsaison ist April bis Oktober

Wind und Wetter an der Türkischen Küste

Das Klima an der türkischen Mittelmeerküste ist typisch mediterran. Die Sommer sind lang und warm und weitestgehend niederschlagsfrei. Das Klima im Winter ist vor allem durch recht angenehme Temperaturen gekennzeichnet und stellt einen tollen Kontrast zu den klimatischen Verhältnissen in Mitteleuropa dar.

Die Segelsaison geht von April bis Ende Oktober, also ideal um die Saison zu verlängern. Bis in den November hinein liegt die Wassertemperatur noch bei 20 °C. Dies bedeutet, dass September und Oktober vom Wetter her noch sehr angenehme Segelbedingungen bieten. Trotzdem sollte man bei Frühsommer- bzw. Spätherbsttörns in Richtung Norden nicht mit warmer Kleidung sparen. Grundsätzlich sollte man Ölzeug dabei haben, da auch im Hochsommer, wenn der Meltemi mit 6 Bft weht, schnell Spritzwasser überkommt.
 

Windverhältnisse

Die entlang der türkischen Küste vorherrschenden Sommerwinde (Meltemi) kommen im freien Seeraum von ca. Mitte Juni bis Mitte September fast ausschließlich aus nördlichen Richtungen. In Landnähe entstehen durch hohe Berge, tiefe Einschnitte und Inseln unterschiedliche lokale Windverhältnisse.
Im Frühjahr und Herbst muss mit gefährlichem Südost-Wind (Lodos) gerechnet werden.
 

Meltemi (Wind aus Nord)

Der Meltemi ist der Sommerwind in der Ägäis. Der Begriff stammt aus dem Türkischen, die Griechen nannten ihn früher auch Etesien (von etos - jährlich). Er ist ein gleichmäßiger, mit etwa 5 bis 7 Bft recht kräftiger, nördlicher Wind im östlichen Mittelmeer. Er tritt in den Sommermonaten Juli bis September in der Ägais mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 % auf.

Üblicherweise frischt der Wind am frühen Vormittag (gegen 09:00 Uhr) innerhalb weniger Minuten kräftig auf, erreicht seinen Höhepunkt gegen 15:00 Uhr, um dann im weiteren Tagesverlauf wieder abzuflauen und in der Nacht womöglich gänzlich einzuschlafen. In Perioden von starkem Meltemi kann es aber auch sein, dass der Wind auch in der Nacht nur schwächer wird, aber nicht einschläft.

Er ist ausgesprochen trocken, und das ist nicht nur für den unvergleichlich blauen Ägäis-Himmel verantwortlich sondern trägt auch immer zu wesentlicher Sichtverbesserung bei. Die Auswirkungen führen zu allen möglichen Lee-, Luv- und Kapeffekten wie Fallböen an Leeküsten und Staueffekten im Luv von Steilküsten. Es ist ohne Weiteres möglich, praktisch übergangslos innerhalb weniger Meter von 35 kn Wind in eine Flaute und umgekehrt zu geraten.

Der Meltemi kann dem Segler also durchaus zu schaffen machen. Die durchschnittliche Windstärke liegt aber eher bei 3-4 Bft und ermöglicht ein unkompliziertes Segeln entlang der Küste.
 

Lodos (Wind aus Süd-Ost)

In der westlichen Türkei wird ein warmer, südlicher bis südwestlicher Wind als "Lodos" bezeichnet. Der "Lodos" steht im Zusammenhang mit einem Tiefdruckgebiet, das im Falle der Südtürkei über das südliche Ägäische Meer ost- bis südostwärts zieht. Dabei dreht zum Einsetzen des "Lodos" vorderseitig mit der Annäherung des Tiefs bzw. seines Ausläufers die Strömung auf südliche bis südwestliche Richtungen und führt noch einmal einen Schub sehr warmer Luft heran.

Je nach Intensität des Tiefs kann der "Lodos" eine beachtliche Stärke erreichen. Zuweilen sind sogar Sturmböen oder auch schwere Sturm- bis orkanartige Böen möglich. Die Andauer der stärksten Winde beträgt im Durchschnitt etwa 4 bis 5 Stunden, wobei in vielen Fällen einsetzender Regen das Ende des "Lodos" anzeigt. Wenn schließlich die Kaltfront des durchziehenden Tiefs das Gebiet überquert setzt sich rückseitig mit auf westliche bis nordwestliche Richtungen drehenden Winden kühlere Luft durch.

Das Gefährliche am Lodos ist, dass die Buchten, die üblicherweise sicher gegen den aus Nord kommenden Meltemi sind, urplötzlich ungeschützt sind und für Segler zur Falle werden! Verführt durch die beständigen Nordwinde der Sommermonate und die in den Buchten-Handbüchern als sicher beschriebenen Ankerplätze, bedenken viele (vor allem revier-unerfahrene) Skipper nicht, dass es auch aus Süden oder Südosten wehen kann.

Lodos kündigt sich mit Cirrostratuswolken und mit zuziehendem Himmel und fallendem Barometer an. Dieses Wolkenbild lässt auf die heranziehende Warmfront einer Depression schließen. Der Wind weht zunächst zaghaft, dann mehr und mehr aus südlichen bis südöstlichen Richtungen, je nachdem wie er durch örtliche Verhältnisse umgelenkt wird. Bei sich langsam zuziehendem Himmel und fallendem Barometer wird deshalb dringend empfohlen, alle gegen Meltemi (NW bis NE) geschützten Sommer-Ankerplätze zu verlassen und solche, die gegen Süd von Land eingeschlossen sind, anzulaufen.
 

Seewetterberichte

Oft ist die Wettervorhersage nicht in der Lage, den Meltemi oder Lodos genau vorauszusagen. Manchmal gibt sie eine Sturmwarnung aus und es säuselt mit 2-3 Bft, ein anderes Mal werden 3-4 Bft gemeldet und es kachelt mit 6-9 Bft. Vorsicht ist also jederzeit geboten!

Es ist ein schwieriges Unterfangen, in der Türkei verbindliche Aussagen über die Sendezeiten der Wetterberichte über Funk oder Radio zu ermitteln. Teilweise ändern sich die Sendezeiten gegenüber bisherigen Ankündigungen laufend. Man muss Unsicherheiten einkalkulieren. Am besten ist es, das Internet für die Törnberatungen heranzuziehen: 5 Tage Vorausschau inkl. Wind, Wellen, Temperaturen etc.; dazu eine täglich aktuelle Wetterkarte für verschiedene Regionen der Ägäis. In fast jedem Hafen gibt es Wireless Internet und in den Ortschaften Internetcafes.

Charterführer SüdtürkeiAndreas Fritsch

Charterführer mit nützlichen Informationen und Geheimtipps rund um die Türkische Südküste.

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