Zentrum Türkeis mit schönen Ankerbuchten, genügend Platz und verantwortungsvollem Umweltverhalten

Bodrum bis Marmaris – Revier Türkische Küste

Die Häfen von Bodrum, Marmaris und Göcek sind zu Zentren des türkischen Yachttourismus geworden. Hier findet man mit die schönsten Ankerplätze des Mittelmeeres. Zu den Charterschiffen kommen in diesem Revier viele Gulets, die türkischen Traditionssegler, hinzu. Es ist in den Sommermonaten voll, aber nicht überfüllt. In den Golfen mit ihren vielen Ankermöglichkeiten findet trotzdem noch jeder sein Plätzchen. Verantwortungsvolles Umweltverhalten wird verlangt und sollte eigentlich auch selbstverständlich sein (wer kennt nicht noch aus der Segelausbildung die „10 goldenen Regeln“!?).

Bodrum

Bodrum ist der beliebteste Ferienort und Zweitwohnsitz für wohlhabendere türkische Familien. Schön sind die alten Bodrum-Häuser aus massivem Naturstein, die Gartenmauern mit blühendem Oleander und Bougainvillea. Es gibt Einkaufssträßchen und Unmengen von Strandrestaurants mit Blick auf den Hafen und das Kastell St. Peter. Trotz des Touristenrummels ist Bodrum einen Aufenthalt wert – man sollte das Flair dieser Stadt kennengelernt haben.

Yachten gehen in die Milta Bodrum Marina. Die Marina bietet 450 Liegeplätze, alle Versorgungsmöglichkeiten werden geboten.

In der Nähe der Marina Milta befindet sich eine Shopping-Meile, Restaurants, ein Yacht Club, Bars und der Segelklub Bodrum. Die Marina liegt ausreichend entfernt vom Trubel der Altstadt. Trotzdem kann man zu Fuß bequem die quirlige Altstadt erreichen.

Koordinaten: 37° 02` 00" N – 27° 25` 50" O
VHF-Kanal / Rufzeichen: 73 – "Bodrum Marina"
Marina-Lageplan
Adresse
Bodrum Marina
Neyzen Tevfik Caddesi No 5
48400 Bodrum / Muğla
Telefon
+90 252 - 316 18 60
Fax
+90 252 - 316 14 06

Golf von Gökova

Der Golf von Gökova ist ein seglerisches Highlight wie man es nur selten findet – einsame und ruhige Buchten gleichermaßen wie Buchten mit Anlegestellen vor urigen Kneipen und Knidos an der Spitze der Halbinsel Datça.

Das Gebiet des Golfs ist 1988 zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Die Nordküste ist oft bergig, die Südküste (Halbinsel Datça) im Osten flach und sumpfig. Durch die stark gegliederte und eingekerbte Küste gibt es eine Unmenge von Ankerplätzen in fantastisch schöner Landschaft.
Im Scheitel des Golfes ändert sich die Landschaft plötzlich: die hohen Felswände gehen in flaches Schwemmland über, das den Gökova-Golf nach Osten hin abschließt. Gute Anker- oder Anlegeplätze gibt es hier nicht.

Bei stabiler Schönwetterlage weht der Wind im Gökova-Golf aus West und wird nur unwesentlich vom Küstenverlauf abgelenkt. Er beginnt am späten Vormittag und steht bis zum Sonnenuntergang durch, kann bis zu sechs Beaufort erreichen und auch beträchtlichen Seegang bewirken. In den Buchten auf der Nordseite des Golfes gibt es je nach Lage der Berge, die bis auf 900m ansteigen, starke Fallböen.
Verlässt man Bodrum in südöstlicher Richtung, so muss man tagsüber, wenn der Wind bereits eingesetzt hat, zwischen dem Festland und der hohen Insel Karaada auf heftige Böen gefasst sein.

Nur 10sm von Bodrum entfernt befindet sich Kargicik Bükü, ein gegen die sommerlich vorherrschenden Winde bestens geschützter Archipel von Buchten und kleinen Inseln.

Weiter östlich erreicht man Kargih Limani, eine breite, tief einschneidende Bucht mit gutem Schutz gegen westliche Winde. Die Fallböen von den Bergen können bisweilen sehr heftig sein (Landleinen ausbringen!).

Cökertme Koyu ist ebenfalls eine schön gelegene Bucht. Auch hier ist im westlichen Teil auf heftige Fallwinde zu achten. Besser ankert man im nordwestlichen Teil mit Landleinenverbindung. Vor dem Ort Cökertme gibt es Stege mit Mooring-Leinen, dafür aber mehr Schwell.
Segelt man weiter an Ören vorbei, erreicht man Akbük Limani, eine von grünen, dicht bewaldeten Bergen umgebene Bucht. Von den bis 950m hohen Bergen kommen auch nachts heftige Fallwinde. Im südlichen Teil der Bucht gibt es Buchtenwirte mit Stegen zum komfortablen Liegen an Mooring-Leinen.

Segelt man weiter an Ören vorbei, erreicht man Akbük Limani, eine von grünen, dicht bewaldeten Bergen umgebene Bucht. Von den bis 950m hohen Bergen kommen auch nachts heftige Fallwinde. Im südlichen Teil der Bucht gibt es Buchtenwirte mit Stegen zum komfortablen Liegen an Mooring-Leinen.

Im Scheitel des Gökova-Golfes liegt Gökova Iskele. Man ankert hier zwar sicher auf 4-5m Wassertiefe über Sandgrund, aber die Dünung ist manchmal unerträglich. Bei Wind sollte man den Platz verlassen. Gökova ist bei den Türken als Badeplatz sehr beliebt.

Von Camli Limani zur Inselgruppe Sehir Adalari sind es nur 2sm. Die größere der Inseln ist auch als "Kleopatra-Insel" bekannt. Nachts ist hier das Ankern verboten, dann geht man besser in die Karaca Sögüt Limani oder die Degirmen Bükü. Die reizvolle Insel und der schöne "Kleopatra-Strand" mit dem eigens seinerzeit vom roten Meer hierher gebrachten Sand sind von Touristen und Ausflugsbooten stark besucht. Für das Betreten der Insel wird Eintritt verlangt.

Bestens geschützt und wegen seiner landschaftlichen Reize (deshalb hier explizit erwähnt) ist die Degirmen Bükü. In den Einschnitten gibt es Buchtenwirte, an deren Holzstegen man festmachen kann. Der südliche Teil der Bucht ist versandet. Hier gibt es vor dem Haus des früheren türkischen Staatspräsidenten Turgut Özal ein Sperrgebiet, welches man meiden sollte.

Weiter erwähnenswert ist das kleine Inselarchipel Yediadalar. Die sieben Yediadalar-Inseln liegen schützend vor der vielfach eingeschnittenen Küste. Das Revier hier hat den Charakter eines Binnenmeeres. Die Ansteuerung erfolgt durch die Nord- oder die Südpassage, nur hier sind die Fahrrinnen ausreichend tief.

Im Bördübet Limani gibt es ebenfalls viele gegen alle Windrichtungen geschützte, landschaftlich reizvoll gelegene Ankerplätze.

Datça

Die Schönheit der Halbinsel Datça ist bekannt. Die Küsten sind nur spärlich besiedelt, und es gibt kaum Versorgungsmöglichkeiten. Bis Körmen, dem nächsten größeren Hafen, kreuzt man meist gegenan, vorbei an grüner Hügellandschaft mit ausgeprägten Felsenkaps und langen Stränden, jedoch ohne empfehlenswerte Ankerplätze.

Körmen liegt südwestlich des befeuerten Kaps Ince Burnu. Der Hafen ist Autofährhafen zwischen Datça und Bodrum. Man kann sowohl im Fährhafen am hinteren Teil der Westmole festmachen oder frei im östlich gelegenen Fischereihafen ankern. Im Hafen gibt es kaum Versorgungsmöglichkeiten.

Mersincik ist bei Südwind der nächste Schutzhafen auf dem Kurs zum Kap von Knidos. Bei nördlichen Winden ist die Bucht wegen der Dünung nicht besonders empfehlenswert. Vor Allem im nordwestlichen Einschnitt liegt man wegen des sehr steinigen, schlecht haltenden Untergrundes unsicher.

Von Mersinicik in Richtung Hisarönü-Golf muss man das Kap Deveboynu Burnu (Kap Knidos) mit dem weithin sichtbaren Leuchtturm runden. Unmittelbar dahinter liegt der antike Hafen Knidos. Beim Einlaufen muss man auf die unter die Wasseroberfläche abgesunkene nördliche Mole achten und deshalb die südliche Mole mit einem Abstand von 25m passieren. Im Hafen gibt es einen neuen Holzsteg vor einem Restaurant, an dem man beidseitig anlegen kann. Ansonsten kann man auf 4–6m ankern. Der Ankergrund ist jedoch schlecht. Im Hafen wehen oft starke Böen über die Landenge oder nach Sonnenuntergang von den Bergen über dem Antiktheater. Deshalb muss man unbedingt darauf achten, dass der Anker tatsächlich gepackt hat. Bei starkem Südwind ist die Bucht ungeschützt, und man muss zurück nach Mersincik.

Das gegen Gebühr zu besichtigende antike Knidos wurde im 4. Jahrhundert vor Christus gegründet und entwickelte sich wegen seiner für den Seehandel exponierten Lage zu einem Zentrum der Wissenschaft und Kunst. Berühmt war das Heiligtum der Aphrodite, Beschützerin der Seefahrt. Die Ruinen der Stadt und die beiden antiken Theater sollte man auf jeden Fall besichtigen!
Von Knidos bis zum Ende des Hisarönü-Golfes sind es etwa 40sm, vorbei an felsiger Küste, die gelegentlich von sandigen Stränden unterbrochen wird. Es gibt eine Menge Tagesankerplätze, die im Einzelnen hier nicht alle beschrieben werden können.

Palamut Bükü

Der Hafen von Palamut Bükü neigt zum Versanden, wird jedoch stets ausgebaggert, insbesondere die Hafeneinfahrt. Im Hafen geht man rückwärts an die Kaimauer vor Anker. Oft gibt es Ankersalat und der Hafenmeister oder Fischer sowie ein Taucher helfen beim Ankerbergen. In Hafennähe gibt es einige nette, urige Restaurants sowie einen kleinen Supermarkt.

Zwischen Palamut Bükü und Ince Burnu findet man etliche sehr schöne Tagesankerplätze zum Baden und Schnorcheln. Wer nicht den großen und lauten Hafen Datça anlaufen will, ankert nördlich von Ince Burnu in der Bucht Kargi Koyu auf feinem Sanduntergrund.

Datça

Datça ist Port of Entry und bietet sehr gute Versorgungsmöglichkeiten für Yachten. An der für den Tourismus umgebauten Hafenfront gibt es viele Restaurants und eine Diskothek. Die Anleger liegen am befestigten Ufer vor den Restaurants. Der Diskolärm in der Nacht ist manchmal unerträglich. Der Muezzin weckt dazu dann noch am frühen Morgen die Chartercrews zu unchristlicher Zeit.
Bei Südoststurm im Frühjahr, Herbst und Winter ist der Hafen ungeschützt und muss verlassen werden.

Golf von Hisarönü

Auf dem Weg in das entfernte, im hinteren Teil des Golfes liegende Orhaniye, passiert man wiederum viele gut geschützte Anker- und Badebuchten, so bspw. Kuruca Bükü, Ciftlik Limani, Armak Bükü sowie Bencik Koyu mit der vorgelagerten Insel Dislice. Der dicht mit Kiefern bewaldete Fjord ist landschaftlich äußerst reizvoll. Die ungestörten Ankerplätze bieten auch bei Südostwind Schutz, was in diesem Küstenabschnitt eher selten der Fall ist.

Die Insel Tavsan Adasi sollte wegen der vielen Klippen in großem Bogen seewärts umfahren werden. Die Bucht Kuyulu Bükü wiederum ist für Übernachtungen sehr gut geeignet. Man ankert auf 6-7m, der Ankergrund steigt langsam zum Ufer hin an.

Orhaniye

Sichere Ankerplätze gibt es in Orhaniye. Im hinteren Teil des Hisarönü-Golfes schneidet diese Bucht tief nach Südosten ins Land. Sie ist auch unter dem Namen Keci Bükü (Ziegenbucht) bekannt.

Gleich in der Einfahrt liegt die Marti Marina mit 270 Wasserliegeplätzen und 100 Landstellplätzen. Elektrizität und Wasser befinden sich umittelbar am Steg. Toiletten und Duschen, Tankstelle, Wäscherei, Restaurant, Supermarkt sowie umfassender Yachtservice werden geboten. Der vorhandene Swimming-Pool ist auch für Marinagäste kostenlos. Die Marina wird rund um die Uhr bewacht. Hier liegen viele Charterboote.
Gastliegeplätze sind nur wenige vorhanden. Man sollte besser vorher über Funk nach freien Plätzen anfragen. Es gibt keine Behörden. Die Marina ist ca. 120 km vom Flughafen Dalaman entfernt.

Koordinaten: 36° 45` 30" N – 28° 08` 30" O
VHF-Kanal / Rufzeichen: 73/16 – "Marti Marina"
Adresse
Martı Marina Orhaniye
Orhaniye Köyü, Keçibükü Mevkii
48700 Marmaris / Muğla
Telefon
+90 252 - 487 10 63
Fax
+90 252 - 487 10 66
E-Mail-Adresse

Golf von Yesilova

Rundet man Kap Atabol-Burnu, ist die vorgelagerte, gefährlich überspülte Klippe mit Topzeichen und Blitzfeuer deutlich gekennzeichnet. Im anschließenden Yesilova-Golf weht meist schon vormittags kräftiger Wind aus westlicher Richtung, und gegen Mittag ist mit kräftigem Seegang zu rechnen.

Yesilova / Bozburun

Lohnenswert ist der Besuch des kleinen Städchens Yesilova, auch Bozburun genannt. Wegen verschiedener flach auslaufender Landvorsprünge ist bei der Ansteuerung konzentriertes Navigieren nötig. In der Bucht westlich des Hafens steigt der Grund schnell an. Hier kann man ankern, muss aber unbedingt gut loten. Im kleinen Gemeindehafen geht man soweit möglich an den Westkai. Es gibt Wasser und Strom am Kai, aber keine Tankstelle. Duschen gibt es in den Restaurants oder in der eher bescheidenen Dusch- und Toilettenanlage der Gemeinde. Es gibt Lebensmittelläden und Post sowie einen Bus nach Marmaris. Die ländliche Abgeschiedenheit und die schön gestaltete Hafenpromenade machen diesen Ort für Segler so sympathisch.

Auf dem Weg nach Marmaris rundet man Kap Karaburun und begibt sich in ein neues Seegebiet, das Segelrevier der südanatolischen Mittelmeerküste. Hier herrschen in der sommerlichen Meltemizeit ideale Segelverhältnisse: meist ablandige Winde und glatte See. Die Felsenküste ist stark gegliedert. Wunderschöne Ankerplätze, bei deren Ansteuerung man wegen der hohen Berge oft mit starken Fallböen rechnen muss, laden zum Verweilen ein. Tavernenwirte gibt es fast überall in den Buchten. Man legt an deren Holzstegen an oder benutzt ausgelegte Mooring-Bojen, um sich das Ankern zu ersparen. Rhodos ist nur 10sm entfernt, und in der Straße von Rhodos gibt es immer ausreichend Segelwind.

Kurz hinter dem Kap Karaburun öffnet sich der tiefe Einschnitt Bozukkale. Er wird auch Aplotheka oder Loryma genannt. Auf der westlichen Einfahrtshuk steht die Festung Kale Burnu mit seinen noch sehr gut erhaltenen Festungsmauern. Um die Festung zu besteigen ankert man direkt hinter der Einfahrt unterhalb der Festung. Den Sonnenuntergang von der Festung aus zu erleben ist einmalig schön. Es gibt drei Buchtenwirte mit Holzstegen. Hilfe beim Anlegen wird geboten.

Knapp 4sm von Karaburun entfernt liegt Serce Liman, eine gegen Seegang bestens geschützte Bucht. Die 150m breite Einfahrt in die Bucht ist vor dem felsigen Hintergund kaum auszumachen. Oft erschweren starke Fallwinde das Segeln durch die Einfahrt. Man nimmt besser – auch aus Sicherheitsgründen – den Motor zur Hilfe. Mit ausgebrachter Landleine kann man hier sowohl im nördlichen als auch im südlichen Teil der Bucht sicher ankern. Die Fallwinde können wegen der hohen Berge auch nachts auftreten.

Vorbei an der idyllischen, kaum auszumachenden Ankerbucht Arab Adasi erreicht man die Ciftlik Koyu. Die Einfahrt zur Bucht ist nicht leicht zu erkennen, da sie sich von den Bergen kaum abhebt. Vor der Einfahrt liegt die Insel Ciftlik, die an beiden Seiten gerundet werden kann. Die große Bucht hat einen guten Ankergrund, allerdings gibt es umlaufende Dünung, die unangenehm werden kann. Bei Südwind sollte man lieber im Schutz der Insel vor dem Sandstrand ankern, als an die Holzstege der Restaurants zu gehen.

Die Bucht ist landschaftlich sehr reizvoll. Allerdings gibt es viele Ausflugsboote aus Marmaris sowie ein großes Hotel, welches Wassersport anbietet. Tagsüber ist die Gegend daher meist vom Lärm der Jetskis erfüllt, abends hingegen ist es ziemlich ruhig. Die Restaurationen sind empfehlenswert.

Entlang der Küste Richtung Marmaris gibt es noch einige sehr schön gelegene Buchten, die wegen der Nähe zu Marmaris tagsüber oft von Ausflugsbooten und Gulets angefahren werden.

Erwähnenswert ist die Bucht von Kumlu Bükü, in der man am Betonsteg des Kumlu Bükü Yachtclubs festmachen kann. Hier liegt man auch bei stärkerem Wind aus West und Nord sicher. Das Club-Restaurant bietet gehobene türkische Küche an. Die Anlage ist hübsch angelegt, und es gibt einen kleinen Strand. Bis Marmaris sind es noch 10sm. Die Durchfahrt zwischen Yildiz Adasi und Keci Adasi in die Bucht von Marmaris ist unproblematisch.

Revier-Impressionen

Charterführer SüdtürkeiAndreas Fritsch

Charterführer mit nützlichen Informationen und Geheimtipps rund um die Türkische Südküste.

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