Wind & Wetter auf den Balearen

Auf den Balearen kann ganzjährig gesegelt werden. Das schöne Wetter und die meist moderaten Winde garantieren einen angenehmen Segeltörn. Die Winde blasen zuverlässig zwischen 3 und 4 Bft.


Windverhältnisse

Die Windverhältnisse sind für Einsteiger optimal. Im Sommer baut sich vormittags ein gleichmäßiger thermischer Seewind auf, der bis spätnachmittags anhält. Während rund um Mallorca und Menorca der Wind in der Regel aus Nordwest bis Nordost kommt, wird Ibiza stärker vom Festland beeinflusst. Es herrschen südwestliche Winde vor. Im Sommer zwischen Mai und August dreht der Wind auch auf Südost.

Im Frühjahr und Herbst bläst der Mistral vom Golf von Lion oder der Scirocco aus Süden auch schon mal heftiger über die Inseln und kann starken Seegang mit sich bringen. Der stärkste Wind herrscht in den Monaten März, April und Oktober mit bis zu 6 Bft. Südwestlich von Mallorca bis Ibiza und Formentera kommt der Wind häufig aus SW, der Norden mit Menorca liegen jedoch noch im Mistralbereich. Weitere kräftige Winde bringen Levante (aus Ost) oder Poniente (aus West).


Mistral (Wind aus Nord / Nord-West)

Der Mistral ist ein starker bis stürmischer Wind aus Nord bis Nordwest im Golf von Lion im westlichen Mittelmeer mit Windgeschwindigkeiten bis zu 50 kn bei meist geringer Bewölkung, der bei bestimmten Großwetterlagen auftritt. Die typische Mistralwetterlage wird geprägt von hohem Luftdruck über der Biscaya und einem Tiefdruckgebiet über Italien. Diese Lage stellt sich häufig in Verbindung mit Kaltlufteinbrüchen aus Norden ein, deren Hauptstoßrichtung über Großbritannien bis in den nordwestlichen Mittelmeerraum verläuft. Dort trifft die Kaltluft auf wärmere Mittelmeerluft. Dies bietet günstige Voraussetzungen für die Entstehung eines Tiefdruckwirbels nicht weit weg von Genua.

Die Mistral-Vorhersage erfolgt frühestens 12 Stunden vorher und ist unsicher. Der Wind baut sich binnen weniger Stunden auf und mitunter herrscht vorher völlige Flaute und zwei Stunden später werden bereits über 40 kn erreicht. Der Mistral dauert zwei bis drei Tage an.

Die Ausläufer des Mistral reichen nach Süden bis zu den Balearen, auf denen er häufig auf unter 30 kn abschwächt. Dabei liegt Menorca meist noch im Mistralgebiet und Mallorca nicht mehr. Die Wellen sind dann allerdings im gesamten Seegebiet nördlich der Balearen selten unter 2 m hoch, eher mehr und laufen auch nach Abflauen des Winds noch bis zu 24 h nach, was ein Segeln sehr unangenehm macht.


Levante (Ostwind)

Der Levante ist ein warmer Wind der Stärke 3-5, seltener bis zu 8. Er folgt oftmals dem Mistral.

Entstehungsgebiet ist das westliche Mittelmeer zwischen Spanien und der nordafrikanischen Küste. Der Wind weht dort von Osten kommend (Ostwind) in westlicher Richtung. Durch die Sierra Nevada im Norden und den Atlas im Süden begrenzt, wird der Wind beschleunigt und durch die Straße von Gibraltar gepresst, um dann auf dem Atlantik wieder an Energie zu verlieren. Die Hauptzeit des Levante sind die Sommermonate von Juni bis August.


Scirocco (heißer Südwind)

Der Scirocco (auch Schirokko) ist ein heißer Wind aus südlichen bis südöstlichen Richtungen, der von der Sahara in Richtung Mittelmeer weht. Er ist ein gleichmäßiger heißer Wüstenwind, der oft im Frühjahr, frühem Sommer und Herbst weht.

Er entsteht durch die Temperaturdifferenz zwischen kühlen Tiefdruckgebieten in Nordafrika und der heißen Luft über der Sahara. Je größer der Temperaturunterschied ist, desto stärker wird der Scirocco. Wegen seiner Entstehung über der Wüste führt der Scirocco große Mengen Sandstaub mit sich, wodurch die Luft eine gelblich-graue Färbung bekommt. Die Sichtweite kann dabei auf unter einen Kilometer sinken und der Sturm den Charakter eines Sandsturms annehmen.


Poniente (Westwind)

Poniente wird der Westwind an der südspanischen Küste bezeichnet. Er ist das Gegenteil des Levante, dem Ostwind.

Der poniente ist ein in der Regel leichter Wind, aber im Vergleich zum Levante kälter, da er vom Atlantik kommt. Er weht zwischen der Sierra Nevada und dem Atlasgebirge in das Mittelmeer hinein. Den größten Teil des Jahres weht der Poniente, nur zwischen Juni und August wird er zeitweise vom Levante abgelöst.


Wetterverhältnisse

Die Balearen sind als Sonneninseln bekannt. Die meteorologischen Aufzeichnungen bestätigen dies überdeutlich. Das Klima auf den Inseln ist ausgesprochen mild. Am Wasser ist es für kontinentale Verhältnisse auch im Winter sehr angenehm, im Sommer dagegen nicht brütend heiß. Besonders im Winter wird dies ersichtlich. Frost gibt es auf der Insel so gut wie nie, die durchschnittlichen Tagestemperaturen im Winter betragen noch satte 15° C. Auch die Wassertemperaturen sind für nord- und mitteleuropäische Verhältnisse traumhaft.

Immer wieder wird über das Phänomen der "Rissaga" berichtet: es handelt sich hierbei um plötzlich auftretende Wasserstandsänderungen, die in bestimmten Häfen und Buchten verheerende Auswirkungen bei den Schiffen haben können. Vor allem im Hafen von Ciutadella / Menorca ist es hierbei schon zu erheblichen Schäden an Yachten gekommen. Die Ursache für das Phänomen "Rissaga" ist nicht bekannt - vielleicht sind es Mini-Tsunamis. Richtige Tsunamis soll es an den Balearen in geschichtlicher Zeit auch schon mehrfach gegeben haben.

Wind & Wetter Balearische Inseln, Spanien

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