Honorar-Skipper

Segelbootscharter mit Skipper

Der Charterer einer Segelyacht muss nicht zwingend selbst über die erforderlichen Befähigungsnachweise (umgangssprachlich als "Segelscheine" bezeichnet) verfügen. Allerdings ist vor Törnantritt für die vollverantwortliche Führung der Yacht ein Schiffsführer zu bestimmen, der über die für das jeweilige Fahrtgebiet erforderlichen Befähigungsnachweise verfügt.

Sofern sich unter den Crew-Mitgliedern niemand findet, der sich dazu bereit erklärt, als Schiffsführer die Verantwortung für Yacht und Crew zu übernehmen, besteht alternativ auch die Möglichkeit, gegen Honorar einen Schiffsführer ("Skipper") für die Dauer des Törns zu beschäftigen. Dieser wird in der Regel auf Anfrage vom Vercharterer gestellt oder vermittelt.
 

Anwesenheit des Honorar-Skippers an Bord

Der Skipper handelt gegen Honorar im Auftrag des Charterers und wird sich in dieser Rolle darum bemühen, der Crew hinsichtlich der Urlaubs- und Freizeitaktivitäten möglichst zurückhaltend und unaufdringlich zu begegnen. Schließlich steht der Spaß am Segelurlaub im Vordergrund, auch im Sinne des Skippers und des Vercharterers, der den Skipper meist vermittelt. Wie sehr ein Skipper tatsächlich in den Alltag der Crew eingebunden wird und wie vertraut der Umgang miteinander ausfällt bleibt letzlich der Crew und dem Skipper überlassen – hier lässt sich wohl nichts pauschalisieren.

Der Skipper wird sich zudem darum bemühen, den Wünschen des Charterers hinsichtlich der Routenplanung zu entsprechen. Es gehört dabei zu seiner Aufgabe, den Charterer aufgrund seiner Revierkenntnisse auf etwaige Schwierigkeiten hinzuweisen und ggf. Alternativen vorzuschlagen.

Allerdings obliegt dem Skipper allein die Verantwortung für die Sicherheit der Yacht und der Crew. Im Ernstfall liegt daher alle Entscheidungsbefugnis bei ihm, und seinen Anweisungen ist zwingend Folge zu leisten.

Kosten und Ansprüche eines Skippers gegen Honorar

Neben einem Tageshonorar von in der Regel zwischen 80 und 150 EUR steht dem Skipper eine eigene Kabine zu. Weiterhin ist es üblich, den Skipper aus der Bordkasse mitzuverpflegen, bei selbst gekochten Mahlzeiten an Bord wie auch bei gemeinsamen Restaurant-Besuchen.

Meist ist es ebenfalls üblich, dass der Vercharterer oder der Skipper – sofern dieser selbst Yachteigner ist – vor Törnantritt vom Charterer eine Kaution für die während eines Törns eventuell auftretenden kleineren Schäden verlangt. Es empfiehlt sich daher im Vorfeld der Abschluss einer Kautionsversicherung.
 

Vorbereitung für den Törn mit gebuchtem Skipper

Wenn Sie vorhaben, für Ihren nächsten Segeltörn auf Ihrer Charteryacht einen Skipper gegen Honorar zu beschäftigen, sollten Sie im Vorfeld folgendes beachten:

Der Skipper ist grundsätzlich nur für die verantwortungsvolle und fachgerechte Führung der Segelyacht eingestellt. Darüber hinaus ist er keineswegs dazu verpflichtet, weitere Arbeiten an Bord zu übernehmen, insbesondere keine Reinigungs-, Reparatur- oder Küchenarbeiten.

Der Skipper hat Anspruch auf eine eigene Kabine, daher sollte dies bei der Auswahl der Yacht berücksichtigt werden. Manche Yachten sind speziell für solche Fälle mit einer eigenen Skipperkabine ausgestattet, die meist im Bug vor den vorderen Kabinen liegt, über das Deck zugängig ist und eine Koje (und manchmal sogar eine eigene Nasszelle) für eine Person bietet.

Wichtig: die provisorische (Doppel-)Koje, zu der sich in vielen Yachten der Tisch im Salon umfunktionieren lässt, wird hier in der Regel nicht akzeptiert!

Die Verpflegung des Skippers aus der Bordkasse versteht sich zusätzlich zum Tageshonorar, eine Verrechnung ist grundsätzlich ausgeschlossen. Darüber hinaus ist der Skipper als vollwertiges Crew-Mitglied zu betrachten, das wie alle anderen an Bord Anspruch auf Wasser-, Strom- und Toilettennutzung hat. Auch die hierfür verbrauchten Ressourcen sind aus der Bordkasse zu finanzieren und können nicht mit dem Honorar verrechnet werden.

Auch wenn der Skipper vom Vercharterer gestellt oder vermittelt wird haftet im Fall eines Schadens an der Yacht der Charterer. Es empfiehlt sich daher, im Vorfeld eine Skipperhaftpflichtversicherung abzuschließen.

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